Seit elf Jahren betreibt Swissquote das «Themes Trading»-Portal. Im September 2015 ging dieser Service online. Der Direktbroker ermöglicht seinen Kunden seither die Partizipation an kurz-, mittel- und langfristigen Trends. «Jedes Thema besteht aus einem ausgewogenen Portfolio, das durch das Analystenteam von Swissquote ausgewählt wird», schrieb die Bank in einer zum Start publizierten Medienmitteilung. Anfänglich waren 30 Themen auf dem Portal handelbar. Anleger konnten beispielsweise darauf setzen, dass Griechenland erfolgreich aus der Krise kommt, Fitness-Trends aufgreifen oder eine ausgewählte Allokation in Windenergieaktien eingehen. Bis heute hat sich die Auswahl in etwa verdoppelt. Ausserdem überlässt Swissquote die Ideenfindung und -realisierung nicht mehr allein den hauseigenen Experten.
Im vergangenen Jahr hat das Finanzunternehmen zum ersten Mal eine «Swissquote Campus Challenge» ausgerichtet. An diesem Wettbewerb können Studierende mit ihren Investment-Ideen teilnehmen. Sie entwerfen eine eigene Anlagestrategie zu einem zukunftweisenden Thema. Neben Geldpreisen winkt die Chance auf eine Realisierung der Idee. Das siegreiche Thema kann als Tracker-Zertifikat emittiert und an der SIX Swiss Exchange kotiert werden. Zur zweiten Auflage der «Swissquote Campus Challenge» wurden 70 Projekte aus 37 Universitäten eingereicht. Eine Fachjury hat jede einzelne davon auf Herz und Nieren geprüft und die fünf besten Ideen ausgewählt. Dieses Quintett kam am Hauptsitz von Swissquote in Gland zusammen. An der Veranstaltung präsentierten die fünf Kandidaten ihre Ideen live. Nach einer finalen Beratung gab die Jury den Sieger 2026 bekannt: Helio Chaplin von der Universität Lausanne machte mit seiner Strategie «Visionary Founders» das Rennen.
Der Master-Student in Finanzen und CFA-Level-III-Kandidat hat wissenschaftlich fundiert ein sowohl regional als auch hinsichtlich der abgedeckten Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konzipiert. Grundlage war die Erkenntnis, dass sich Unternehmen, die von ihrem Gründer geführt werden, von der breiten Masse absetzen. Chaplin beruft sich auf mehrere Studien. Eine davon stammt aus der Feder von Chris Zook, Partner der Unternehmensberatung Bain & Company. 2016 hat der Harvard-Absolvent gründergeführte Firmen über einen Zeitraum von 15 Jahren (1990 bis 2014) unter die Lupe genommen. Dabei stellte er fest, dass sie einen um rund den Faktor 4 höheren Gesamtertrag (Total Return) erwirtschaften konnten als andere Unternehmen. Dem Studenten zufolge gibt es mehrere Gründe für den überdurchschnittlichen Erfolg. Neben dem persönlichen finanziellen Engagement nennt er eine langfristige Ausrichtung, die moralische Autorität sowie das Fingerspitzengefühl der «Founder» und ihre tiefe Kenntnis der Geschäftsidee.
Diese Stärken hängen laut Chaplin nicht von Markzyklen ab. «Sie sind dauerhaft, strukturell und von menschlichem Verhalten bestimmt», erklärte er bei seiner Präsentation. Der Basispool für seine Themen-Investments war ein ETF auf den MSCI World. Aus diesem globalen Fundus wurden Unternehmen ausgewählt, bei denen Gründer oder Co-Gründer als CEO oder Executive Chairman aktiv sind. Aus dem anfänglichen Screening gingen mehr als 100 Unternehmen hervor. Diese Vorauswahl hat der Preisträger in mehreren Schritten optimiert. Letztlich kam ein Portfolio mit 26 Aktien aus zehn Ländern und acht Sektoren zusammen. Die Ergebnisse eines Backtestings können sich sehen lassen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren überzeugt das Thema «Visionary Founders» gegenüber dem MSCI World sowohl in puncto Performance als auch beim Risikoprofil. Jedenfalls haben diese Daten die Jury überzeugt und dem Portfolio die Tür zum «Themes Trading»-Portal geöffnet.
«Visionary Founders»
MSCI World ETF
Total Return
+338.8%
+208.0%
Annualisierter Return
15.3%
11.5%
Annualisierte Volatilität
11.8%
16.9%
Sharp Ratio
1.29
0.68
Maximum Drawdown
-28.9%
-34.0%
Jahre mit Outperformance
8/10
10-jähriger bias-freier walk-forward Backtest; Stand: April 2026, Quelle: Helio Chaplin