Auf den ersten Blick haben der Vermögensverwalter BlackRock und der Chipkonzern Nvidia wenig gemeinsam. Und doch gibt es zwischen diesem Duo einige Parallelen. Beide Unternehmen sind in ihrem jeweiligen Markt führend. 1999 war das Jahr, in dem sowohl BlackRock als auch Nvidia an der Wall Street debütierten. Auf diese Tatsache berief sich Larry Fink, der CEO des Finanzkonzerns, als er am 21. Januar 2026 zusammen mit Nvidia-Chef Jensen Huang die Bühne am WEF in Davos betrat. Seit dem IPO habe Nvidia einen Total Return von durchschnittlich 37% p.a. eingefahren. BlackRock bringe es im selben Zeitraum auf eine jährliche Performance von im Schnitt 21%. «Das ist nicht so schlecht für ein Finanzdienstleistungsunternehmen », erklärte Fink süffisant. Und doch bezeichnete er die Outperformance von Nvidia als einen Beleg für die Führungskraft seines Gesprächspartners. Fink gratulierte Huang zu seinen Erfolgen. «Wir haben viele weitere Jahre dieser Reise vor uns», prognostizierte der BlackRock-CEO.
Nvidia hat sich vom Top-Spezialisten für Grafikkarten zum führenden Spieler im Bereich künstliche Intelligenz (KI) gemausert. Das kalifornische Unternehmen treibt diesen Megatrend mit seinen Hochleistungsprozessoren voran. Bei der Diskussion im voll besetzten Kongresszentrum von Davos erklärte Jensen Huang anschaulich, welch enormer Wandel mit der KI einhergeht. Als ein Beispiel nannte er die Medizin. Während die künstliche Intelligenz Radiologen bei der Auswertung von Aufnahmen unterstützt, kann sie Pflegekräfte die Erstellung von Krankenakten abnehmen. Beiden Berufsgruppen würde so mehr Zeit für ihre Patienten bleiben. Die KI wird laut Huang keine Arbeitsplätze vernichten. Vielmehr sieht er viele neue Stellen entstehen. Nach Ansicht des charismatischen Managers handelt es sich bei der KI nicht um eine singuläre Technologie. Vielmehr verglich Huang sie mit einer fünfschichtigen Torte. Diese umfasse Energie, Chips und Computing-Infrastruktur, Cloud-Rechenzentren, KI-Modelle und schliesslich die Anwendungsschicht.
Als Beleg für den ungebrochenen Vormarsch der künstlichen Intelligenz nannte der Nvidia-Chef den Markt für Venture Capital (VC). Tatsächlich ist der Anteil der Wagnisfinanzierungen, die in Unternehmen aus dem Bereich KI fliessen, stark gestiegen. 2021 entfiel nur gut ein Zehntel des globalen VCs auf den Sektor. Im vergangenen Jahr erreichte die Quote erstmals mehr als 60% (siehe Grafik). Der grösste Teil floss laut Huang in KI-native Unternehmen, die aus den Bereichen Gesundheitswesen, Robotik, Fertigung und Finanzdienstleistungen kommen. In diesen Branchen seien die KI-Modelle mittlerweile so gut, dass sich darauf aufbauen lasse. Die im Saal anwesenden Politiker forderte der Top-Manager auf, das aufstrebende Technologiefeld wie Strom oder Strassen zu behandeln. «KI ist Infrastruktur», betonte er. Seiner Überzeugung nach erlebt die Welt gerade den grössten Infrastrukturausbau ihrer Geschichte.
Am Ende der gut halbstündigen Diskussion spannte Larry Fink den Bogen in die Kapitalanlage: «Wir müssen sicherstellen, dass der durchschnittliche Pensionär und der durchschnittliche Sparer ein Teil des Wachstums sind.» Die beiden Panel-Teilnehmer waren sich darin einig, dass es vor allem um die Infrastruktur geht. Nur so kann die Anwendungsschicht der KI-Torte vorankommen. In der Tat ist zwingend ein Ausbau der Energieversorgung nötig, um beispielsweise den wachsenden Strombedarf für Rechenzentren zu decken. Jensen Huang zeigte sich davon überzeugt, dass gerade die Infrastruktur eine grossartige Investmentchance bietet. «Machen Sie mit!», lautete sein abschliessender Appell.
Stand: 17. Februar 2026; Quelle: OECD