Die «Finanz und Wirtschaft» zählt für viele Schweizer Anleger zur Pflichtlektüre. Seit annähernd 100 Jahren versorgt die FuW ihre Leser mit fundierten Informationen und Entscheidungshilfen. Zweimal wöchentlich erreicht die 1928 ins Leben gerufene Publikation mit ihrer Printausgabe rund 70'000 Leser. Praktisch rund um die Uhr können sich die Nutzer auf fuw.ch zum nationalen und internationalen Wirtschafts- und Börsengeschehen informieren. Aus der Feder der grössten Schweizer Wirtschaftsredaktion stammt auch der FuW Swiss 50 Index. Diesen Börsengradmesser haben die Experten 2022 als Gegenstück zum Swiss Market Index eingeführt. Nach Einschätzung der Redaktion bildet der SMI die Schweizer Wirtschaft stark verzerrt ab. Sie stört sich zum einen an der hohen Gewichtung einzelner Aktien. Seit jeher dominieren Roche, Novartis und Nestlé den Index. Aktuell steuert dieses Trio rund 47% zum iShares SMI ETF bei. Neben dem daraus resultierenden Klumpenrisiko erachtet die FuW-Redaktion die geringe Zahl an enthaltenen Unternehmen als Manko: Der SMI zählt lediglich 20 Mitglieder.
Mit dieser Einschätzung sind die Journalisten nicht alleine. Es waren auch und gerade die Rückmeldungen aus der Leserschaft, die zur Lancierung des FuW Swiss 50 Index führten. Das Medium hat eine Benchmark konzipiert, die den Schweizer Aktienmarkt in seiner ganzen Vielfalt und ohne dramatisches Übergewicht einzelner Unternehmen oder Sektoren abbildet. Um einen liquiden Index zu erhalten, startet der Auswahlprozess für den FuW Swiss 50 mit einem quantitativen Screening: In Frage kommen nur Aktien, die über einen Zeitraum von sechs Monaten vor dem Stichtag ein börsentägliches Handelsvolumen von mindestens CHF Mio. 5 erreichen. Sämtliche Valoren, die es über diese Hürde schaffen, werden vom Indexadministrator Solactive AG im nächsten Schritt nach ihrer Marktkapitalisierung (Free Float) sortiert. Die Top 50 des Rankings ziehen in den FuW Swiss 50 Index ein.
Auch in puncto Gewichtung bleibt die Methodik der Grundidee treu. Der SMI orientiert sich am Börsenwert der enthaltenen Unternehmen, was zur skizzierten Klumpenbildung führt. Beim FuW Swiss 50 Index gibt es dagegen zwei Gewichtungsklassen: Die Aktien auf den ersten 25 Plätzen des Auswahlrankings erhalten einen Anteil von jeweils 2.7%, die untere Hälfte der Tabelle zieht mit einem Gewicht von jeweils 1.3% in den Index ein. Auf diese Weise wird eine deutlich stärkere Diversifikation erreicht – sowohl bei den Einzelaktien als auch hinsichtlich der Sektoren. Insgesamt deckt der FuW Swiss 50 Index zwölf Wirtschaftszweige ab. Im SMI ETF von iShares sind fünf Branchen weniger enthalten. Neben der für die Schweizer Wirtschaft bedeutenden Chemie bleiben Transport, Telekommunikation, Immobilien sowie Dienstleistungen aussen vor. Die von Nestlé, Novartis und Roche dominierten Sektoren Konsum und Gesundheit spielen im neuen Gradmesser eine vergleichsweise geringere Rolle (siehe Grafik).
Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung des FuW Swiss 50 Index zeigt: Der Schweizer Aktienmarkt ist auf einer Rekordjagd unterwegs. Solide Konjunkturdaten und starke Unternehmenszahlen haben zuletzt Risiken wie die Geopolitik oder den Renditeanstieg an den Obligationenmärkten überlagert. Gleichwohl hatte der FuW Swiss 50 Index zuletzt gegenüber dem SMI das Nachsehen. Dabei machten sich die unterschiedlichen Grössenverhältnisse bemerkbar. Roche, Novartis, ABB und neuerdings auch noch Nestlé haben den SMI 2026 beflügelt. Der Grundidee des FuW Swiss 50 Index, die heimische Börsenlandschaft breiter abzubilden, tut die kurzfristige Underperformance keinen Abbruch. Möglicherweise liefert das aktuelle Rebalancing den Impuls für eine Aufholjagd. Im Zuge der Anpassung ziehen mehrere Technologiewerte in den FuW 50 Index ein. Im Zeitalter von Automatisierung, Elektrifizierung und KI könnten diese Unternehmen durchaus für zusätzlichen Schwung sorgen.
Source: Quelle: FuW, Leonteq AG, Stand: Gewichtung im FuW Swiss 50 ab 5.11.2026, Gewichtung im iShares SMI ETF per 22.10.2026 gerundet.
Quelle: Reuters, Reuters; Stand: 31.10.2026 Historische Daten sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.