Anthropic, Dell, Nvidia, SpaceX – die KI-Euphorie kennt kaum noch Grenzen. Während sich fast die ganze Börsenwelt nur noch um die Big Caps dreht, werden die Titel aus der zweiten und dritten Reihe vom breiten Anlegerpublikum derzeit lediglich als Randnotizen geführt. Das hat weniger mit ihren Geschäftsmodellen zu tun als vielmehr mit einem Markt, der sich in den vergangenen Jahren an wenige Mega-Trends und noch weniger Mega-Titel gewöhnt hat. Unternehmen, die nicht direkt nach künstlicher Intelligenz klingen, fallen daher schnell durchs Raster. Diese Gemengelage spiegelt sich auch in den Kennziffern wider: Kleinere und mittlere Unternehmen sind zuletzt zeitweise auf einen rekordhohen Bewertungsabschlag gegenüber den grossen Werten gefallen, obwohl sie historisch eher mit einem Aufschlag gehandelt wurden.
Genau in diesem untypischen Terrain setzt der FuW-Risk-Index an. Und das mit Erfolg: Das FuW-Risk-Portfolio legte im laufenden Jahr um 16% zu und konnte damit den SMI Total Return um mehr als 12 Prozentpunkte übertreffen. Die Langfristdaten sprechen ebenfalls eine klare Sprache: Seit März 1995 liegt der FuW-Risk-Index mit einem Wertzuwachs von rund 1‘406% vor dem SPI mit 973% und überflügelte auch den SPI Small & Mid Caps, der auf ein Plus von 1‘250% kommt. Diese Entwicklung ist mehr als nur eine schöne temporäre Phase. Es ist ein klarer Hinweis darauf, dass abseits der grossen Indexschwergewichte in der Schweiz über lange Zeit echte Mehrerträge zu holen waren – wenn man bereit war, mehr Volatilität zu ertragen und genauer hinzusehen.
Besonders an diesem ausgefeilten Indexkonzept ist nicht nur, was gekauft wird, sondern wie. Anders als bei einem rein mechanischen Indexprodukt trifft hier kein starres Regelwerk allein die Auswahl. Hier selektieren die Experten von FuW überwiegend unterbewertete heimische Aktien aus den verschiedenen Segmenten und verbinden dabei fundamentale Analyse mit technischer Einschätzung. Ein eigens gebildetes Komitee überarbeitet die Zusammensetzung vierteljährlich. Das macht den Ansatz besonders, weil er bewusst aktiv und meinungsgetrieben ist und dabei auch gezielt nach Fehlbewertungen sucht. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen einige der Namen, die im Portfolio eine Rolle spielen. Autoneum beispielsweise ist kein glamouröser Börsenliebling, sondern ein Automobilzulieferer, der sich auf Akustik- und Wärmemanagement für Fahrzeuge spezialisiert hat und dabei international eine führende Rolle einnimmt. Da es in dem Sektor aber derzeit kriselt, hat die Aktie einen schweren Stand. Operativ sieht die Lage dagegen besser aus: Für 2025 weist Autoneum nur einen leichten Umsatzrückgang aus und freut sich zugleich über einen starken Auftragseingang. Darüber hinaus sind die Winterthurer profitabler geworden. Die operative Marge legte auf 5.5% von 5.3% zu. Gerade solche Titel geraten in Zeiten von Zollängsten, Konjunktursorgen und Branchenzyklik schnell unter übertriebenen Druck. Dass die Position im Risk-Portfolio daher zuletzt erhöht wurde, passt zur Indexstrategie: Der Markt sieht weg, die FuW-Experten sammeln ein.
Ein weiteres Beispiel ist Schindler. Das Unternehmen steht für eine andere Art unterschätzter Qualität. Der Konzern baut, installiert, wartet und modernisiert Aufzüge, Rolltreppen und Fahrsteige. Täglich werden mehr als zwei Milliarden Menschen allein auf den Anlagen des in Ebikon im Kanton Luzern ansässigen Unternehmens transportiert. Das ist ein Geschäft mit hohem Serviceanteil, wiederkehrenden Erträgen und globaler Präsenz. Trotzdem haftet der Aktie in diesen Zeiten das Etikett des langweiligen Industriewerts an. Dabei verlief der Jahresauftakt für Schindler solide: Auch wenn die Erlöse rückläufig waren, konnte der Konzern auf der Gewinnseite punkten. Die Ergebnismarge verbesserte sich auf 10.1%. Vor allem das Modernisierungsgeschäft bleibt bei dem Aufzughersteller ein wichtiger Stabilitätsanker. In Lokalwährungen erzielte Schindler 2025 ein organisches Wachstum beim Auftragseingang von 3.1%. Genau darin liegt der Punkt: Die Börse sieht oft zuerst die Bremsspuren und erst später den Wachstumsmotor.
Quelle: LSEG