In den letzten Monaten geriet der Kryptomarkt deutlich unter Druck. Laut CoinGecko sind allein im ersten Quartal die Handelsvolumina um rund 39% eingebrochen. Aktuell liegt der Gesamtmarktwert aller digitalen Coins bei USD Bio. 2.2 und beträgt damit nur knapp die Hälfte des Höchststands von Ende 2025. Auch etablierte Kryptoaktien litten: Die Extremeinbrüche bei Kursen und Umsätzen begleiteten einen kräftigen Abverkauf bei Konzernen wie dem weltweit grössten unternehmerischen Bitcoin-Inhaber Strategy oder auch der Kryptobörse Coinbase. Experten aber sehen erste Signale für eine Bodenbildung. Im aktuellen Report «The Bitcoin Quarterly» von ARK Invest stellt der US-Vermögensverwalter eine mögliche Verkäufererschöpfung fest. Erstmals überstieg der Anteil des Bitcoin-Angebots, das mit Verlust gehandelt wird, jenen mit Gewinn. Parallel brachten überraschend niedrige US-Inflationswerte im Juni Erleichterung, denn diese verschaffen der Federal Reserve etwas Luft und verringern die Zinserwartungen. Diese Kombination könnte das Ende der Krypto-Baisse einläuten.
Die Technologie, die hinter den Krypto-Assets steckt, kennt derweil keine Erschöpfung: die Blockchain. Diese ist viel mehr als nur Bitcoin & Co., die Blockchain ist im Kern ein dezentrales, unveränderliches digitales Buch, in dem Transaktionen kryptografisch verschlüsselt zu Blöcken gebündelt und als Kette abgespeichert werden. Jeder Teilnehmer erhält eine Kopie, Manipulation wird damit nahezu ausgeschlossen. Diese Struktur macht die Technologie über Kryptowährungen hinaus interessant: Sie dient etwa als sichere Datenbasis im Finanzwesen, Supply-Chain-Management oder Gesundheitswesen. Mit der Einführung von Smart Contracts – autonom ausführbaren digitalen Verträgen – hat Blockchain noch weitere Anwendungsfelder erobert. Beispiele sind automatisierte Zahlungen oder fälschungssichere Register. Die Blockchain ist also längst kein Nischenprojekt mehr, sondern eine Schlüsselinfrastruktur für immer mehr Branchen.
Entsprechend optimistisch sind die Branchenprognosen. Fortune Business Insights schätzt den weltweiten Blockchain-Markt für 2026 auf etwa USD Mrd. 47.96 und erwartet eine Expansion auf USD Mrd. 577.36 bis 2034. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 36.5% p.a. Dieses enorme Potenzial wird getrieben durch die steigende Digitalisierung und den Trend zur Tokenisierung realer Werte. Konzerne und Start-ups investieren massiv, weil die Blockchain Innovationen wie dezentrale Identitäten, IoT-Sicherheit oder Digitalwährungen antreiben kann. In vielen Branchen laufen bereits Pilotprojekte, die von Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln über Energiehandel bis zur automatischen Abwicklung von Versicherungsansprüchen reichen. Aus regionaler Sicht dominieren derzeit die USA mit einem Anteil von mehr als 40% den Blockchain-Markt.
Langfristig dürfte die Technologie also weiter an Bedeutung gewinnen, selbst wenn sie – wie zuletzt beobachtet – kurzfristig Kurskapriolen erleben kann. Anleger sind daher bestens beraten, nicht auf ein einzelnes Krypto-Asset zu setzen, sondern sich vielmehr breit diversifiziertes Equity-Exposure ins Depot zu holen, um an einer möglichen Erholung des Kryptomarkts zu partizipieren. Bereits im August 2021 hat Swissquote einen entsprechenden Index konzipiert. In dem Swissquote Blockchain Index sind aktuell 19 internationale Unternehmen enthalten, die in der Blockchain-Wirtschaft wie beispielsweise Krypto-Mining, -börsen oder Software tätig sind.
Quelle: Fortune Business Insights